Landkreis Saalekreis
Amt für Bildung, Kultur und Tourismus SG Kultur und Tourismus
  • Domplatz 9
  • 06217 Merseburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Tel. 03461 40-1019
  • Tel. 03461 40-1314
  • Tel. 03461 40-1314
Sie befinden sich hier: Startseite » Kultur, Sport & Tourismus » Kulturreich » Himmelswege
Artikelkategorien

Himmelswege

logo_himmelswege

Archäologie und Astronomie verschaffen uns Einblicke in ferne Welten, alte Zeiten und faszinierende Visionen der Zukunft.
Seit ungezählten Jahrhunderten betrachten die Menschen den Nachthimmel, getrieben von dem Wunsch, das Universum und die Geheimnisse des Lebens zu verstehen.
Ausgrabungen und Funde in Sachsen-Anhalt lieferten sensationelle Belege für dieses zutiefst menschliche Verlangen. Die Himmelswege – die jüngste touristische Route im südlichen Sachsen-Anhalt – laden Sie an vier Standorten zu einmaligen Erkundungen in die Vergangenheit ein.

Im Zentrum steht die Himmelsscheibe von Nebra, die im Saalekreis entdeckt wurde und zu einem der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts zählt. Die Bronzescheibe mit Goldauflagen zeigt uns die bislang älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit und ist damit ein Schlüsselfund nicht nur für die Archäologie, sondern auch für die Astronomie und die Religionsgeschichte.

Die Himmelsscheibe wurde vor 3600 Jahren zusammen mit zwei wertvollen Schwertern, zwei Beilen, zwei Armspiralen und einem Meißel auf dem Gipfel des Mittelberges bei Nebra niedergelegt.
Eines der wichtigsten Zentren dieser Epoche befand sich in Mitteldeutschland, das durch seine fruchtbaren Böden und reichen Salzvorkommen eine hervorragende Rolle im vorgeschichtlichen Europa einnahm.

Reisen Sie zurück in längst vergangene Jahrtausende und lassen Sie sich auf den Himmelswegen in die Welt der Archäologie und Astronomie entführen.

Halle - Landesmuseum für Vorgeschichte
Landesmuseum Halle (© LDA Sachsen-Anhalt, Foto: J. Lipták)Das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Europas. Aufsehen erregende Funde werden in Deutschlands ältestem Zweckbau für prähistorische Archäologie in eindrucksvollen Inszenierungen präsentiert.

Die Himmelsscheibe von Nebra wird in einem separaten Raum, gekrönt von 70.000 Sternen, zusammen mit den beigegebenen Schwertern, Beilen, Armspiralen und dem Meißel ausgestellt. Flankiert wird die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von den ersten Fürsten Mitteldeutschlands und ihren goldenen Attributen sowie den großen Bronzeschätzen dieser Zeit.

Nebra - Arche Nebra: Die Himmelsscheibe erleben

Das Besucherzentrum
Arche Nebra (© Arche Nebra, Foto: J. Lipták)Bereits im Juni 2007 öffnete die Arche Nebra am Mittelberg ihre Türen zur faszinierenden Welt der Himmelsscheibe von Nebra. In der goldenen Himmelsbarke erwartet Sie eine Präsentation, die so einmalig ist wie die Himmelsscheibe selbst. Mit aufwändigen Inszenierungen enträtseln, erforschen und erkunden Sie die Geheimnisse und Mysterien dieses einzigartigen Schatzfundes, dessen Original im Landesmuseum Halle zu bewundern ist.

Folgen Sie in der eindrucksvollen Planetariumsshow der Spur der Sterne, ziehen Sie mit dem Sonnenschiff über das Firmament und durchfliegen Sie das Universum der bronzezeitlichen Menschen.

Der Fundplatz
Ein Blick auf die exakte Fundstelle genügt, und das Himmelsauge legt Ihnen das Firmament zu Füßen. Von der 30 Meter hohen Spitze einer überdimensionalen Sonnenuhr sind die auf der Himmelsscheibe festgehaltenen Sichtachsen zum Brocken nachvollziehbar. Die atmosphärische Inszenierung macht den Besuch dieses Ortes zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Goseck - Das Sonnenobservatorium
GoseckDie Rekonstruktion des ältesten Sonnenobservatoriums der Welt am authentischen Ort sowie ein Infopoint im Schloss Goseck erlauben einen einzigartigen Blick auf das Leben in der Steinzeit.

Die Kreisgrabenanlage von Goseck ist der früheste archäologische Beleg für systematische Himmelsbeobachtungen. Das imposante Monument mit einem Durchmesser von rund 70 Metern wurde komplett ausgegraben und nach den Ausgrabungsergebnissen an der originalen Stelle wieder aufgebaut. Wie vor 7000 Jahren, als die Anlage von steinzeitlichen Bauern errichtet wurde, ist auch heute wieder der Lauf der Sonne in der Anlage zu beobachten. Neben der optischen Wirkung des steinzeitlichen Heiligtums hinterlässt die besondere Akustik im Inneren der Anlage einen bleibenden Eindruck auf den Besucher. 

Schloss Goseck, eine wunderschöne Schlossanlage über dem idyllischen Saaletal gelegen, beherbergt den Infopoint zum Sonnenobservatorium. Eine freundliche, familiengerechte Präsentation lässt die Ausgrabungen in Goseck miterleben und erläutert das spannende Phänomen der Kreisgrabenanlagen.

Langeneichstädt - Das Grab der Dolmengöttin
Wartturm mit Megalithgrab und Stele (© LDA Sachsen-Anhalt, Foto: E. Hunold Goseck © Saale-Unstrut-Tourismus e. V.)Das Großsteingrab von Langeneichstädt steht für einen weiteren Aspekt der Himmelswege: Hier zeugt die „Dolmengöttin“, dargestellt auf einem 1,76 Meter langen Menhir, von den Jenseitsvorstellungen steinzeitlicher Menschen. Das Grab und die Stele datieren auf ca. 3600–2700 v. Chr. Der Boden der Grabkammer bestand aus mehreren Schichten dünner Kalkplatten, zwischen denen Archäologen bemerkenswerte Schmuckstücke aus Tierzähnen, Kupfer, Knochen und Bernstein freilegten. Die Darstellungsweise der Dolmengöttin weist weitreichende Bezüge nach Westeuropa auf.

An den Seiten dieses Menhirs zeigen sich deutliche Glättspuren, die durch häufige Berührung des Steins – vielleicht ein magischer Brauch? – entstanden sind.