Veterinär- und Lebensmittel- überwachungsamt
Landkreis Saalekreis
  • Oberaltenburg 4 b
  • 06217 Merseburg
  • Sachsen-Anhalt
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Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

In den östlichen Regionen Polens und nunmehr auch bei Wildschweinen in Teilen der Tschechischen Republik ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen ausgebrochen. Es besteht die Gefahr der Einschleppung nach Deutschland.

Die ASP ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft. In ihrem Hauptverbreitungsgebiet, den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, kann die Erkrankung über Lederzecken übertragen werden, die in unseren Breiten jedoch keine Rolle spielen.

Übertragung: Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes, infiziertes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen! Eine besondere Rolle kommt dem (illegalen!) Verfüttern von Speiseabfällen zu. Bei Wildschweinen reichen kleinste Tropfen von Schweiß (Blut) für eine Infektion. Daher ist auf die Hygiene bei der Jagd besonders zu achten!

Verbreitung: Die ASP wurde vermutlich 2007 über unbehandelte infizierte Speiseabfälle nach Georgien eingeschleppt und hat sich seither nach Russland und Weißrussland ausgebreitet. Im Februar 2014 wurde die ASP in Litauen nachgewiesen, jüngste Ausbrüche gibt es inzwischen auch in Polen und in der Tschechischen Republik.

Übertragung auf den Menschen: Das Virus der ASP ist für den Menschen ungefährlich. Der Mensch kann jedoch bei der Verbreitung der ASP und bei der Einschleppung des Virus in die Hausschweinebestände eine Rolle spielen.

Anzeichen bei Schweinen/Wildschweinen: Die klinischen Anzeichen sind unspezifisch und sehr variabel. Sie umfassen hohes Fieber, fehlende Futteraufnahme, Atemprobleme, Durchfall, Blauverfärbung der Haut, Festliegen und plötzliche Todesfälle. Das derzeit in der Russischen Föderation zirkulierende Virus ist hochansteckend und führt innerhalb von 7 bis 10 Tagen zum Tod. Bei Wildschweinen sollte beim Aufbrechen der Stücke auf vergrößerte „blutige“ Lymphknoten, ggfs. eine vergrößerte Milz und feine punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt!

Bekämpfung: Die ASP unterliegt der Anzeigepflicht beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Bei einem Ausbruch der ASP bei Wild- oder Hausschweinen erfolgt die Bekämpfung in Deutschland nach Maßgabe der Schweinepestverordnung. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind mit umfangreichen Restriktionen verbunden. Gegen die ASP gibt es derzeit keinen Impfstoff!

Meldepflicht: Schweinehalter haben sich unabhängig von der Anzahl der vorhandenen Schweine beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden und registrieren zu lassen.

Was sollte beachtet werden: Lebensmittel können diese für den Menschen ungefährliche Krankheit übertragen. Bitte werfen Sie Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter und verfüttern Sie Speisereste nicht an Schweine! Bringen Sie keine tierischen Lebensmittel von Urlaubsreisen mit. Kranke Schweine sind einem Tierarzt vorzustellen, der die Entscheidung zur weitergehenden Untersuchung und Abklärung der Erkrankung trifft. Insbesondere bei Auftreten akuter Symptome, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können, und auf Antibiotikagabe nicht ansprechen, sollten geeignete Proben zur amtlichen Untersuchung an das Landesamt für Verbraucherschutz eingesendet werden.

Die Jäger werden aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Wildschweine) dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden und Proben (v.a. Schweiß (Herz- oder Venenblut), Teil der Milz, Tonsillen, Lymphknoten des Kopf- und Magen-Darmbereiches, Teile der Niere und Lunge) der amtlichen Untersuchung zuzuführen. Auch Proben von als krank angesprochenen (Abgeschlagenheit, ggfs. mangelnde Scheu), erlegten Stücken sind der amtlichen Untersuchung zuzuführen. Seien Sie besonders vorsichtig mit Dingen, die Schweißkontakt hatten (Stiefel, Messer, Kleidungsstücke). Bedenken Sie außerdem, dass Trophäen und Schwarzwildprodukte aus den Verbreitungsgebieten der ASP ein Übertragungsrisiko darstellen.

Weitere Informationen: www.fli.bund.de 
 
Ansprechpartner:      Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Oberaltenburg 4 B
06217 Merseburg
Tel.: 03461 / 401771
 
Weitere Informationen, Broschüren und Handzettel finden Sie hier:
 
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Informationen der ASFORCE zur Afrikanischen Schweinepest
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Friedrich-Loeffler-Institut: Afrikanische Schweinepest
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Friedrich-Loeffler-Institut: Steckbrief Afrikanische Schweinepest
0.1 MB
Friedrich-Loeffler-Institut: Afrikanische Schweinepest beim Schwarzwild
0.5 MB
Friedrich-Loeffler-Institut: Risikobewertung Einschleppung
4.9 MB
Merkblatt zur Afrikanischen Schweinepest für Jäger
7.8 KB
Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Afrikanische Schweinepest - Handzettel
1.6 MB
Hinweise zur Probeentnahme bei Schwarzwild
39 KB

© Frau Dr. Kuepperbusch E-Mail

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