Corona-Hilfen für Unternehmen

Der Bund und das Land haben umfangreiche Hilfsmaßnahmen auf den Weg gebracht, um Unternehmen und Selbständigen möglichst unbürokratisch durch die Krise zu helfen. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Unterstützungsprogramme und die wichtigsten Informationen. Wir kontrollieren die Angaben täglich auf ihre Aktualität.

  • Telefonische Beratung & Kontakt
  • Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen
  • Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbständige sowie Künstler und Schriftsteller
  • Allgemeine Fragen - Was Unternehmen jetzt tun können
  • Wichtige Kontaktdaten und Hotlines

Telefonische Beratung & Kontakt

Die Wirtschaftsförderung des Saalekreises und das Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (mitz) bieten ab Montag, dem 30.03. eine Hotline zur telefonischen Erstberatung bzgl. der Fördermaßnahmen an. Sie erreichen uns von Montag bis Freitag im Zeitraum von 09:00 bis 16:00 Uhr unter der Nummer 03461 40-1024 oder 03461 2599-150. Gerne können Sie sich auch unter der Adresse wirtschaftsfoerderung@saalekreis.de per Mail an uns wenden. Wir bemühen uns, Ihr Anliegen schnellstmöglich zu bearbeiten und werden wichtige Fragen in diese Rubrik aufnehmen.


Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen

Die Bundesregierung hat mit dem „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem Arbeitsplätze geschützt werden sollen und die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität erleichtert wird. Das Paket besteht aus

  • Flexibilisierungen des Kurzarbeitergeldes,
  • Stundung von Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung
  • Erleichterungen für Liquiditätshilfen für Unternehmen durch Kredite der KfW
  • Ausweitungen der Programme der Bürgschaftsbanken des Bundes und des Landes

In aller Kürze

Kommt es in Ihrem Betrieb zu Lieferengpässen oder behördlich angeordneten Schließungen, die die Reduzierung der Arbeitszeit ihrer Angestellten erfordern (Kurzarbeit), ist ein Ausgleich des Entgeltausfalls mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes möglich.

Voraussetzungen

Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn

  • der Arbeitsausfall vorübergehend und unvermeidbar ist, d. h. auf einem unabwendbaren Ereignis beruht (z. B. behördlich veranlasste Maßnahmen wegen Corona-Virus) oder wirtschaftliche Ursachen hat (z. B. Auftragsmangel, -stornierung, fehlendes Material) sowie zumutbare Gegenmaßnahmen (Überstundenabbau, Home-Office etc.) ausgeschöpft wurden,
  • mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben,
  • in Ihrem Betrieb mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt ist,
  • das Arbeitsverhältnis des betroffenen Arbeitnehmers fortgesetzt werden soll, also weder gekündigt noch aufgehoben worden ist,
  • der Arbeitgeber oder der Betriebsrat den Arbeitsausfall bei der Arbeitsagentur am Betriebssitz schriftlich angezeigt hat.

Leistungen

  • Betroffene Beschäftigte erhalten 60 Prozent des ausgefallenen Netto-Entgelts (67 Prozent wenn sie Kinder haben) und bei Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent ab dem 4. Bezugsmonat 70 (77) Prozent, bzw. ab dem 7. Kalendermonat 80 (87) Prozent
  • Sozialversicherungsbeiträge werden zu 100 Prozent erstattet
  • Leistungsbezug bis zu 12 Monate
  • Gilt auch für Leiharbeiter
  • Kein Aufbau negativer Arbeitszeitkonten
  • Regelungen gelten rückwirkend ab 01.03.2020, befristet bis 31.12.2020

Kontakt und weiterführende Informationen

Die Antragsstellung erfolgt bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Aktuelle Informationen zum Kurzarbeitergeld und zur Antragsstellung finden Sie hier und weitere Informationen über die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld und Videoanleitungen finden Sie hier auf der Seite der Agentur für Arbeit.

In aller Kürze
Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, sind die Behörden angewiesen, die Möglichkeiten zur Stundung Sozialversicherungsbeiträgen, und Steuerzahlungen, zur Senkung von Steuervorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung auszuschöpfen. Im Allgemeinen soll dies ohne Zinserhebung erfolgen.

Maßnahmen
Auf Antrag können die Finanzbehörden

  • Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Anforderungen der Finanzverwaltung sollen hierfür gesenkt werden.
  • Steuervorauszahlungen (zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer) herabsetzen, sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden.
  • auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) bis zum 31. Dezember 2020 verzichten, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.
  • Säumniszuschläge erlassen.
  • Die Generalzolldirektion (z.B. Energiesteuer, Luftverkehrssteuer) sowie das Bundeszentralamt für Steuern (Versicherungssteuer, Umsatzsteuer) sind angewiesen, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen.
  • Auf Antrag des Arbeitgebers können zudem die Beiträge zur Sozialversicherung bis Mai gestundet werden.

Kontakt und weiterführende Informationen
Es gibt für diese Maßnahmen bisher keine einheitliche Regelung auf Bundesebene. Sollten diese Maßnahmen für Sie infrage kommen, kontaktieren Sie frühzeitig (telefonisch) das für Sie zuständige Finanzamt bzw. die Krankenkasse. Die Kontaktdaten des für Sie zuständigen Finanzamts finden Sie unter www.finanzamt.sachsen-anhalt.de.

In aller Kürze
Bislang gibt es noch keinen gesonderten KfW-Corona-Kredit, doch wurden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen der KfW ausgeweitet, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Die etablierten Instrumente zur Flankierung des Kreditangebots der privaten Banken werden mit einem Sonderprogramm substantiell erweitert und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht.

Maßnahmen

  • Öffnung der Programme für Unternehmen, die bedingt durch die Corona-Krise vorübergehend Finanzierungsschwierigkeiten haben, und die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren
  • KfW-Unternehmerkredit (Bestandsunternehmen) und ERP-Gründerkredit (junge Unternehmen unter 5 Jahren):
  • höhere Risikoübernahmen für Betriebsmittelkredite und Investitionen (bis zu 90 Prozent und bis zu einer Milliarde Euro)
  • Öffnung der Instrumente für Großunternehmen ohne Umsatzbeschränkung
  • Konsortialfinanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel:
  • Öffnung für Vorhaben im Wege einer Konsortialfinanzierung ohne Beschränkung auf einen bestimmten Bereich
  • höhere Risikoübernahmen (bis zu 80 Prozent)
  • Vereinfachung und Beschleunigung des Antragsprozesses

Kontakt und weiterführende Informationen

Ansprechpartner ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt oder Ihre Hausbank bzw. ein anderer Finanzierungspartner Ihrer Wahl in Ihrer Nähe.

Weitere Informationen zur KfW-Corona-Hilfe finden Sie hier.

In aller Kürze
BB und MBG wollen gemeinsam mit ihren Partnern kleinere und mittlere Unternehmen schnell und unbürokratisch unterstützen und ermöglichen auch in einem schwierigen Umfeld Zugang zu Kreditfinanzierungen.

Maßnahmen

  • Erhöhung des Bürgschaftshöchstbetrags auf € 2,5 Mio. (max. Kreditvolumen 3,125 Mio. Euro)
  • Erhöhung des Verbürgungsgrades bei Express-Bürgschaften von 70 auf 80 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich das zu verbürgende Kreditvolumen auf 312.500 Euro.
  • Verbesserung der Fördermöglichkeiten für Betriebsmittelkredite.
  • Beschleunigung des Bewilligungsprozesses auch bei klassischen Bürgschaften.

Kontakt und weiterführende Informationen
In bestimmten Fällen kann die Einbindung der MBG mit ihren Beteiligungsprogrammen sinnvoll sein. Nähere Informationen erteilen die Ansprechpartner (Link) der BB und der MBG.


Hilfen für kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler

In aller Kürze
Selbstständige erhalten einen erleichterten Zugang zur Grundsicherung, indem weder Vermögensverhältnisse bei der Antragsstellung offengelegt noch Vermögen angetastet, Ausgaben für Wohnung und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt und die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag vereinfacht werden.

Maßnahmen
Neben einer wesentlich vereinfachten Vermögensprüfung werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Damit sollen Lebensunterhalt und Unterkunft in der Krise trotz Verdienstausfall gesichert werden. Um den Kinderzuschlag zu gewähren, werden nicht mehr Einkommensnachweise der letzten sechs Monate vor Antragstellung herangezogen, sondern der Nachweis des aktuellen Einkommens im letzten Monat vor Antragstellung. Damit erhalten auch diejenigen den Kinderzuschlag, die einen plötzlichen Einkommensverlust erlitten haben. Anträge werden schnell und unbürokratisch bearbeitet.

Diese Ausnahmen gelten für sechs Monate. Damit die Leistungen schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt nachträglich.

Kontakt und weiterführende Informationen
Betroffene im Landkreis Saalekreis wenden sich bitte an den Eigenbetrieb für Arbeit – Jobcenter Saalekreis, 03461 244-0, 244-100 oder 244-101, oder an www.efa-sk.de/kontakt

In aller Kürze
Bei Verdienstausfällen aufgrund angeordneter Schutzmaßnahmen (z.B. Quarantäne im Zusammenhang mit Corona-Virus) können Sie Verdienstausfallentschädigung gemäß Infektionsschutzgesetz beantragen. In diesem Fall können Arbeitgeber, Selbstständige und Freiberufler die Erstattung ausgezahlter Entgelte beantragen. Sie haben zudem selbst Anspruch auf finanzielle Entschädigungen (Verdienstausfall und Betriebsausgaben).

Voraussetzungen
Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung besteht, wenn

  • betroffene Beschäftigte, Selbständige oder Freiberufler als Infizierte, Kontaktpersonen, Ansteckungs- oder Krankheitsverdächtige isoliert werden müssen,
  • die Betroffenen während der Zeit der Schutzmaßnahmen nicht ihrer Beschäftigung nachgehen können und
  • den Betroffenen nach Einsetzen der Isolation kein finanzieller Anspruch gegenüber Arbeitgeber, Krankenkasse oder Versicherung zusteht.

Leistungen

  • Für die ersten sechs Wochen wird Entschädigung in Höhe des ausgefallenen Netto-Entgelts gewährt. Vom Beginn der siebenten Woche an wird Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gewährt.
  • Für Selbständige ist für die Entschädigung ein Zwölftel des Arbeitseinkommens (letztes Jahreseinkommen) zugrunde zu legen.
  • Selbständige, deren Betrieb aus o. g. Gründen ruhen muss, erhalten neben der Entschädigung zudem Ersatz für weiterlaufende nicht gedeckte Betriebsausgaben in angemessenem Umfang.

Kontakt und weiterführende Informationen
Anträge sind gemäß Infektionsschutzgesetz spätestens drei Monate nach Beginn des Tätigkeitsverbots zu stellen.

Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt
Versorgungsamt
Hauptfürsorgestelle, Soziales Entschädigungsrecht
Maxim-Gorki-Straße 7
06114 Halle (Saale)

Telefon: 0345 514 0


Wichtige Kontaktdaten und Hotlines

Über die Hotline der KfW können Sie sich kostenfrei über das Corona-Sonderprogramm sowie weitere Angebote informieren. Die Hotline erreichen Sie von Montag bis Freitag im Zeitraum von 08:00 bis 18:00 Uhr unter der Rufnummer 0800 539-9000.

Das Bundeswirtschaftsministerium stellt hier (Link) Antworten auf Fragen rund um den Umgang mit dem Corona-Virus (Messen, Geschäftsreisen, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht u. a.) sowie zu Maßnahmen und Förderinstrumenten zur Verfügung. Unter der Nummer 030 18615-6187 erreichen Sie von Montag bis Freitag im Zeitraum von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr das Infotelefon des Bundeswirtschaftsministeriums zum Coronavirus (nur wirtschaftsbezogene Fragen).

Was geschieht, wenn wichtige Lieferanten ausfallen?
Was ist zu tun, wenn Beschäftigte nicht am Arbeitsplatz erscheinen?
Welche Empfehlungen zum Arbeits- und Expositionsschutz von Mitarbeitern können gegeben werden?
Welche Stellen sind für das Seuchenmanagement vor Ort zuständig?
Mit dem Handbuch Betriebliche Pandemieplanung gibt das Bundesamt Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Das Handbuch steht hier (Link) kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Das Wirtschaftsministerium hat hier (Link) ein umfangreiches Angebot an Informationen zum allgemeinen Umgang mit der Situation und zu Hilfsangeboten zusammengestellt. Zudem hat das Wirtschaftsministerium für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, die von der Ausbreitung des Corona-Virus betroffen sind, eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Die Telefon-Hotline ist unter 0391 567-4750 werktags zwischen 8.30 und 16 Uhr erreichbar, um betroffene Firmen über bestehende Unterstützungsangebote zu informieren.

Die IHK hat unter der Telefonnummer 0345 2126-100 eine Hotline eingerichtet. Antworten auf die wichtigsten Fragen für Firmen sowie Informationen von Sofortmaßnahmen im Betrieb über mögliche finanzielle Überbrückungshilfen bis hin zu rechtlichen Fragen finden Sie zudem hier (Link).

Die HWK hat hier (Link) Informationen zum Umgang mit der Situation zusammengestellt. Zudem wurde eine Hotline für Handwerksbetriebe der Region eingerichtet. Wenn Betriebsinhaber betriebswirtschaftliche oder rechtliche Fragen zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf ihren Betrieb haben bzw. schon wirtschaftliche Folgen spüren, können sie die Beratung der Handwerkskammer in Anspruch nehmen. Die Hotline ist unter der Nummer 0345 2999-221 erreichbar.

Wirtschaftsförderung und Tourismus

Anschrift
Domplatz 9
06217Merseburg

Kontakt

Telefon:
03461 40-1005
Fax:
03461 40-1012
wirtschaftsfoerderung [at] saalekreis.de

Weiterführende Dokumente

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