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Risikobewertung zum Geflügelpestvirus des Friedrich-Löffler-Instituts vom 08.11.2017

Die HPAI H5N8-Epidemie, die seit dem 08.11.2016 in Deutschland zu über 1.150 Fällen bei Wildvögeln und 107 Ausbrüchen bei gehaltenen Vögeln (92 Geflügelhaltungen und 15 Zoos/Tierparks) geführt hat, verebbte zwar im Frühjahr 2017, jedoch wurden auch danach HPAI H5N8-Infektionen in Deutschland beobachtet (drei verendete Höckerschwäne im Südharz, Sachsen-Anhalt im August und eine erlegte Stockente in Niedersachsen im Oktober 2017).

In Europa kam es im Juni zu einer Reihe von epidemiologisch verbundenen Ausbrüchen bei gehaltenen Vögeln in Belgien (10) und Luxemburg (4). Neben sporadischen Ausbrüchen in Großbritannien (1), Belgien (2) und Nordfrankreich (1) ist seit Juni 2017 vor allem der Norden Italiens von Ausbrüchen bei Geflügel (>50) betroffen. Zwei weitere Ausbrüche in Geflügelbetrieben wurden in Bulgarien festgestellt. Darüber hinaus meldeten im August und September Großbritannien, die Schweiz und Italien HPAI H5N8-Fälle bei wilden Wasservögeln.

Außerhalb Europas wurden seit Juni 2017 Ausbrüche von HPAI H5N8 bei Geflügel in Nigeria, Simbabwe, Südafrika und der Demokratischen Republik Kongo sowie im europäischen Teil der Russischen Föderation bestätigt. HPAI H5N1 der Klade 2.3.2.1c ist in Asien und einigen Ländern Afrikas wie z.B. in Ägypten endemisch. In Asien zirkulieren darüber hinaus weitere mit HPAIV H5N1 verwandte H5-Stämme verschiedener Kladen.

Genetische Untersuchungen und die ermittelten Verwandtschaftsbeziehungen der seit Juni aufgetretenen HPAIV H5N8 bei Wildvögeln deuten darauf hin, dass sich das Virus in Europa seit seinem erstmaligen Eintrag im Oktober 2016 mindestens in den Regionen mit den letzten Virusfunden gehalten hat. Es ist daher von einem Risiko der Entstehung von Infektketten auszugehen, welches mit der Zunahme an empfänglichen Wasservögeln im Rahmen des Herbstzuges ansteigt. Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben sollten daher überprüft und optimiert werden. Der beste Schutz des Geflügels vor Infektionen wird durch die weitgehende Unterbindung von direkten und indirekten Kontakten zwischen Geflügel und Wildvögeln erreicht.

Bisher ist keiner der in Europa nachgewiesenen HPAIV-Subtypen als Infektionserreger beim Menschen aufgefallen. Allerdings gilt dem Subtyp H5N6 der Klade 2.3.4.4c (derzeit nur in Asien) wegen seines zoonotischen Potentials besondere Aufmerksamkeit.

Die vollständige Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts finden Sie hier:

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Risikobewertung vom 08.11.2017
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© Kerstin Kuepperbusch E-Mail

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