Untere Naturschutzbehörde
Umweltamt
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Ansprechpartner:
Ökokonto, Tel.: 03461 / 401442

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Ökokonto

Im Naturschutz gilt das Verursacherprinzip. Bei jeder Maßnahme, die Naturhaushalt oder Landschaftsbild beeinträchtigt (z.B. Baumaßnahmen), muss der Vorhabensträger dem Naturhaushalt etwas zurückgeben und das Landschaftsbild möglichst wieder herstellen (Kompensationsmaßnahmen). Ohne geeignete Kompensationsmaßnahme wird keinerlei Vorhaben genehmigt. Die Suche nach geeigneten Flächen gestaltet sich für die Vorhabensträger oft schwierig und langwierig, was gerade bei größeren Vorhaben auch die Genehmigungszeiten maßgeblich verlängert.
Andererseits bieten unsere Naturlandschaften ein großes Potential für Aktionen, durch die ihr ökologischer Wert aufgebessert werden könnte. Wer solche Maßnahmen durchführt, kann sich nach den Vorgaben des neuen Bundesnaturschutzgesetzes diese auf einem „Ökokonto“ gutschreiben lassen.

Ökokonto – Was ist das?

Freiwillige Maßnahmen, die den Zustand von Natur und Landschaft verbessern, können Sie sich auf einem „Ökokonto“ in Form von „Ökopunkten“ gutschreiben lassen. Diese Ökopunkte können als Kompensationsmaßnahme für spätere Eingriffe (z.B. Bauvorhaben) angerechnet werden. Die Anrechnung für die Maßnahmen kann für den Ökokonto-Inhaber selbst oder für Dritte erfolgen. Nutzen Dritte diese Möglichkeit, müssen sie dem Inhaber des Ökokontos die benötigten Punkte abkaufen. Die Kaufverhandlungen führen Kontoinhaber und Interessent ohne Beteiligung der Behörde.

Die Nutzung eines Ökokontos hat den Vorteil, dass Vorhabensträger, die selbst nicht über geeignete Flächen verfügen, schnell und unkompliziert und ohne aufwendige Flächensuche die für die Genehmigung ihres Vorhabens notwendigen Kompensationsmaßnahmen nachweisen können. Außerdem können auf diese Weise ökologisch sinnvolle Maßnahmen langfristig an geeignete Stellen gelenkt werden. Zudem wird so der Verbrauch wertvoller, landwirtschaftlicher Nutzflächen für die Anlage von Kompensationsmaßnahmen verringert.

Grundsätzliches

Grundsätzlich sind alle Maßnahmen, die zu einer ökologischen Aufwertung einer Grundfläche führen, zur Gutschrift auf dem Ökokonto geeignet. Aktiv werden kann jeder Landeigentümer, aber auch jeder Landnutzer, insofern er eine Zustimmung des Eigentümers vorlegen kann.

Vorraussetzungen

Damit Ihre geplanten Maßnahmen auf ein Ökokonto angerechnet werden können, müssen einige Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Maßnahme muss freiwillig, ohne jede andere rechtliche Verpflichtung, durchgeführt werden.
  • Die Maßnahme muss sich dauerhaft günstig auf Naturhaushalt und Landschaftsbild auswirken. Hier geht es also um Nachhaltigkeit.
  • Vor Realisierung einer Maßnahme muss die Untere Naturschutzbehörde das Ziel des Eingriffs bestätigen. Dazu wird ein Bescheid erstellt.

Wenn Sie z. B. Anpflanzungen, den Rückbau nicht mehr benötigter Gebäude, die Umwandlung von Acker in eine andere Nutzungsart, den Umbau überalterter Pappelreihen oder anderweitige Aktivitäten mit nachhaltigen positiven Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild durchführen wollen, lassen Sie sich beim Sachgebiet Naturschutz / Wald und Forstaufsicht beraten. 

Für den nördlichen Saalekreis: 03461 / 401442
Für den westlichen Saalekreis: 03461 / 401424
Für den östlichen Saalekreis und Merseburg: 03461 / 401421

Dort können Sie auch einen Antrag auf Erstellung eines Ökokontos anfordern oder als Vorhabensträger, der auf der Suche nach anrechnungsfähigen Ökopunkten für sein Vorhaben ist, Auskunft zu bestehenden Ökokonten erhalten.