Skabies (Krätze): Informationen zu Ursachen, Ansteckung, Symptomen und Behandlung der Krankheit

In den letzten Wochen sind dem Gesundheitsamt mehrere Erkrankungsfälle an Skabies (Krätze) gemeldet worden. Es handelt sich überwiegend um Einzelfälle, die jedoch im gesamten Landkreis aufgetreten sind. Nachfolgend erhalten Sie einige wichtige Informationen zur Krankheit: 

Was ist Skabies eigentlich?
Die Skabies oder umgangssprachlich Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die von den sog. Krätzmilben hervorgerufen wird. Krätzmilben sind 0,3 bis 0,5 mm große Spinnentierchen, die kleine Gänge unter der Haut graben. Die Erkrankung bedroht in der Regel die Gesundheit nicht, jedoch ist sie äußerst unangenehm und lästig.

Wie äußert sich die Erkrankung?
Die ersten Beschwerden treten  ca. 2 bis 5 Wochen nach der ersten Ansteckung auf.
Erkrankt man erneut an Skabies, können die Symptome bereits nach 4 Tagen auftreten.
Typisch ist Juckreiz und ein Brennen der Haut. Besonders in warmer Umgebung, z. B. im Bett, verstärkt sich der Juckreiz. Betroffen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein. Typisch sind feine, dunkle und unregelmäßige Linien auf der Haut. Sie entstehen durch Milbengänge in der Haut. Auf der Haut können sich mit der Zeit stecknadelgroße Bläschen und Pusteln bilden.

Ist Krätze ansteckend?
Die Krätzmilben können durch „längeren“ Hautkontakt (ca. 5-10 min.) von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ein Händedruck reicht zum Beispiel nicht aus.
Eine Übertragung durch gemeinsam genutzte Kleidungsstücke, Bettwäsche, Decken u. ä. ist ebenfalls möglich. Eine Person ist solange ansteckend, wie sich lebende Krätzmilben auf der Haut befinden. Unbehandelt kann dies mehrere Monate der Fall sein. Nach der ersten Behandlung beim Arzt ist man in der Regel nicht mehr ansteckend.
Die Skabies kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters. Jedoch sind Kinder, pflegebedürftige Senioren und abwehrgeschwächte Menschen häufiger betroffen.
Erkrankungen treten deshalb oft auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen auf. 

Ich glaube, ich habe mich angesteckt. Was nun?
Wenn die oben genannte Krankheitszeichen auftreten oder wenn Sie den Verdacht auf Krätze haben, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen.
Enger Körperkontakt zu Anderen sollte vorerst vermieden werden. Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Pflegeheime sollten bis zur ärztlichen Behandlung nicht aufgesucht werden.
Personen, die dennoch engen Kontakt mit Erkrankten hatten, sollten für etwa fünf bis sechs Wochen intensive Hautkontakte mit anderen Menschen vermeiden und sich selbst auf Symptome, die auf Skabies hindeuten könnten, beobachten.
Für die Behandlung der Krätze stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Sie werden in der Regel als Cremes, Sprays oder Salben auf der Haut aufgetragen, oder auch in Tablettenform verabreicht.
Wechseln Sie Kleidung, Unterwäsche sowie Handtücher und Bettwäsche von Erkrankten einmal täglich und waschen Sie diese bei mindestens 60°C. Gegenstände mit längerem Körperkontakt wie Schuhe oder Plüschtiere, die nicht gewaschen oder gereinigt werden können, sollten für mindestens drei Tage bei über 21°C in verschlossenen Plastiksäcken trocken gelagert werden.

Wo erfahre ich mehr zum Thema?
Für eine weitere Beratung und Information steht Ihnen das Gesundheitsamt zur Verfügung. Weitere (Fach-) Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de/skabies) und auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de).

 

© Veronika Thäle E-Mail