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Risikobewertung zum Geflügelpestvirus des Friedrich-Löffler-Instituts vom 17.05.2017

Zwischen dem 08.11.2016 und 15.05.2017 wurden in Deutschland über 1.150 Fälle von HPAI H5N8 bei Wildvögeln und 107 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln (92 Geflügelhaltungen und 15 Zoos/Tierparks) gemeldet. Sowohl im April (06.04.) als auch im Mai (09.05.) wurde je ein Ausbruch bei gehaltenen Vögeln festgestellt. Damit scheint die Epidemie in Deutschland abzuklingen, sporadisch kommt es allerdings zu Ausbrüchen oder Fällen bei Wildvögeln. 

Bei der aktuellen Geflügelpest-Epidemie handelt es sich um die bisher schwerste und am längsten andauernde in Europa. Insgesamt 29 europäische Staaten waren oder sind betroffen. 

Zusätzlich zu H5N8 trat in Europa auch HPAI H5N5 (sieben Staaten) und HPAI H5N6 (Griechenland) auf. Außerhalb Europas meldeten Russland, Israel, Ägypten, Tunesien, Nigeria, Uganda, Kamerun, Iran, Nepal und Indien Geflügelpestausbrüche mit dem HPAI H5N8 Virus. HPAI H5N1 ist in Asien und einigen Ländern Afrikas endemisch. Darüber hinaus zirkulieren in Asien weitere mit HPAIV H5N1 verwandte H5-Stämme.

Obgleich der aktuelle Seuchenzug abzuklingen scheint, muss damit gerechnet werden, dass es auch weiterhin zu vereinzelten Ausbrüchen kommt. Die letzten Nachweise von HPAIV bei gehaltenen Vögeln im Mai deuten darauf hin, dass zumindest in einigen Ländern noch infektiöses Virus in der Umwelt vorhanden ist.

Biosicherheitsmaßnahmen sollten daher weiterhin aufrechterhalten werden. Hierzu gehört unter anderem das Tragen von stallspezifischer Schutzkleidung und Schuhwerk, die Reinigung und Desinfektion von Geräten, die mit Vögeln in Kontakt waren, und die bestmögliche Unterbindung von Kontakten zwischen Geflügel und Wildvögeln.

Bisher ist weltweit keiner der in Europa nachgewiesenen HPAIV-Subtypen (H5N8, H5N5 und H5N6) als Infektionserreger beim Menschen nachgewiesen worden.

Die vorliegende Risikoabschätzung betrachtet Eintragsszenarien von HPAIV H5 asiatischen Ursprungs nach Deutschland und das damit verbundene Risiko des Auftretens von Geflügelpestausbrüchen in deutschen Geflügelbeständen.

Die vollständige Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts finden Sie hier:

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Risikobewertung vom 17.05.2017
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© Kerstin Kuepperbusch E-Mail