Landkreis Saalekreis Pressesprecherin
Dr. Kerstin Küpperbusch
  • Domplatz 9
  • 06217 Merseburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Tel. 03461 40-1010
  • Fax 03461 40-1099
Sie befinden sich hier: Startseite » Bürger & Verwaltung » Presse & Publikationen
Pressebox Startseite | Pressemitteilungen | Artikelthemen

Hinweis der Jagdbehörde

Man hört immer wieder davon: Entlaufene Hunde, entflohene Kühe oder Pferde. Wie soll man vorgehen, wenn die Gefahr nicht von Wildtieren, sondern von wild gewordenen und entflohenen Haustieren ausgeht? Diese unterliegen nicht dem Jagdrecht. Ein Jäger macht sich grundsätzlich strafbar, wenn er solch ein Tier erlegt. Er riskiert mit diesem Verhalten seinen Jagdschein zu verlieren. Allerdings bestehen auch Ausnahmen von dieser Regel. Sind bestimmte Umstände und Bedingungen erfüllt oder liegt ihm eine besondere Genehmigung vor, so darf auch ein Jäger ein Haustier schießen.

Geht von dem Haus- oder Weidetier eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus, dann kann jedermann im Rahmen der Notwehr oder Nothilfe mit verhältnismäßigen Mitteln die Gefahr abwehren. Insbesondere gilt dies, wenn Leben und Gesundheit von Menschen bedroht sind. Dieser Fall stellt die erste Ausnahme dar. Das Tier wird notfalls getötet und fachgerecht entsorgt. Das kann auch durch einen Jäger erfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es im Jagdrevier oder in besiedeltem Gebiet zur Gefahrenlage gekommen ist. Die Polizei sollte aber immer zur Unterstützung gerufen werden. Einer Genehmigung für die Tötung des Haustieres bedarf es im Notfall nicht.

Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn der Jäger eine Genehmigung für die Tötung des Haustieres erhält. Welche Genehmigung der Jäger benötigt, hängt davon ab, ob das Tier im Revier des Jägers erlegt werden kann oder nicht. Für diesen Fall gilt also: Geht keine direkte Gefahr von dem Tier aus, liegen aber anderweitig gute und vernünftige Gründe für die Tötung des Tieres vor, so bedarf es der Zustimmung des Veterinäramtes der Kreisverwaltung. Wenn dann ein Jäger zur Vollstreckung gerufen wird und es sich um dessen Revier handelt, genügt auch genau diese Genehmigung des Veterinäramtes. Befindet sich das Tier jedoch im fremden Revier oder im Siedlungsgebiet einer Gemeinde oder Stadt, dann ist zusätzlich eine Genehmigung nach Waffengesetz der Unteren Waffenbehörde zwingend erforderlich. Dabei handelt es sich um die Waffenbehörde des Ordnungsamtes. Erst nach Erteilung dieser zwei Genehmigungen darf der Jäger auch außerhalb seines Reviers und ohne konkrete Gefahrenlage ein Haus- oder Weidetier schießen.

Um im konkreten Fall richtig zu handeln, empfehlen wir, sich an die Jagdbehörde unter der Telefonnummer 03461 / 401237 oder an die Untere Waffenbehörde unter der Telefonnummer 03461 / 401204 zu wenden und sich dort nach der korrekten Vorgehensweise zu erkundigen. Weiterhin kann man sich aber auch an die Polizei und die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden wenden.

© Thomas Wach E-Mail

Zurück