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Regionalkonferenz diskutierte über Braunkohlenutzung der Zukunft

Regionalkonferenz diskutierte über Braunkohlenutzung der Zukunft

Auf der 10. Regionalkonferenz des Regionalforums Halle am 15. April 2016 im Hyzet Kultur- und Kongresszentrum Zeitz diskutierten Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die „neue Qualität von Industrie- und Gewerbestandorten als regionale Wachstumszentren“. Ein Thema, dass sich durch alle Vorträge und Gesprächsrunden zog, war dabei die strukturprägende Rolle der Braunkohle für Mitteldeutschland. Die Entwicklung der Braunkohlenwirtschaft ist bekanntermaßen mit dem weiteren Verlauf der Energiewende und den damit verbundenen wirtschafts- und klimapolitischen Zielstellungen bis 2050 verbunden. Vor diesem Hintergrund wurden in Vorträgen und Gesprächen sowohl die engen Verflechtungen zwischen Bergbau, Energie, Chemie, Ernährungswirtschaft und Logistik erörtert, als auch die Perspektiven und Chancen des Rohstoffs für die Regionalentwicklung skizziert.

„Die stoffliche Nutzung der Braunkohle bietet die Möglichkeit, langfristig den Abbau von Braunkohle im mitteldeutschen Revier auch bei rückläufiger energetischer Verwertung zu sichern. Deshalb dürfen wir auf keinen Fall Lagerstätten für die künftigen Generationen blockieren. Ich bin sehr dankbar für den Sachverstand und die breite Unterstützung der politisch Verantwortlichen in unserer Region“, appellierte Dr. Bernd-Uwe Haase, Kaufmännischer Geschäftsführer MIBRAG. Dabei verwies er auch auf Ergebnisse der aktuellen Studie „Regionalwirtschaftliche Effekte der Nutzung von Braunkohle unter Berücksichtigung als Chemierohstoff“, die ein wichtiges Instrument zur Vervollständigung der aktuellen Diskussion ist. Einerseits bestätigt sie die hohe Bedeutung der energetischen und stofflichen Nutzung von Braunkohle in Mitteldeutschland. Andererseits weisen die Autoren in Szenarien mit und ohne stoffliche Braunkohlenverwertung anhand konkreter, branchenübergreifender Zahlen auf die unterschiedlichen Folgewirkungen für die gesamte Region hin.

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich darüber einig, dass für Mitteldeutschland ein langfristiger, länderübergreifender und politisch tragfähiger Rahmen geschaffen werden muss, um zusätzliche zentrale Effekte für die Region zu erschließen und die Kräfte für eine wachsende Kohlechemie zu bündeln. Das beinhaltet unter anderem Forschungsvorhaben für eine stoffliche Nutzung der Braunkohle und deren Förderung. Diesbezüglich brachte die Konferenz neue Ansätze, wie sich beispielsweise die Hochschule Merseburg in Verbindung mit den Fraunhofer Instituten sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg noch stärker in Richtung Wirtschaft orientieren kann. Ein Baustein dafür wäre die geplante Gründung des innovativen Technologie- und Gründerzentrum ITAM auf dem Campus der Hochschule Merseburg, das insbesondere kleinere Unternehmen die Chance bietet, in Verbindung mit der Hochschule stärker als Forschungs- und Dienstleistungspartner für die Wirtschaft zu agieren. Synergien liegen aber auch in der Verbindung der Wertschöpfungsketten Holz und Chemie über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Rottleberode. Ziel sollte es deshalb sein, gerade die Rolle der großen Industrie- und Gewerbestandorte für die Regionalentwicklung zu verstärken.

„Mit der durch die Bundeskanzlerin gestarteten Initiative zum Aufbau eines Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik in der Region stehen wir außerdem in einer Reihe mit fünf derartigen Zentren in Deutschland. Das bedeutet für uns zugleich, die Struktur der damit verbundenen Institute in Verbindung mit der Wirtschaftsentwicklung zukünftig zu sichern“, ergänzte Landrat Frank Bannert (CDU) und Vorsitzender des Regionalforums Halle, der sich mit dem Verlauf der Konferenz sehr zufrieden zeigte und vorschlug, die Ergebnisse – je nach Zuständigkeit – in die jeweiligen Ressorts der Landesregierungen einzubringen.

Einen Beitrag von Regiotv mit Interviews finden Sie hier.

 

© Kerstin Kuepperbusch E-Mail

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