Informationen zum West-Nil-Virus im Saalekreis

Allgemeines
Das West-Nil-Virus (WNV) ist weltweit verbreitet, stammt aber ursprünglich aus Afrika. Es wurde erstmals 1937 im West-Nil-Distrikt in Uganda festgestellt. Den Sprung nach Europa schaffte es Anfang der 1960er Jahre. Bisher wurden vor allem aus süd- und südosteuropäischen Ländern Infektionen bei Mensch, Pferd und Vogel gemeldet. In den USA trat es erstmalig 1999 auf und verbreitete sich in kurzer Zeit im ganzen Land und bis nach Kanada.

Anzeichen einer Erkrankung
Bei Vögeln bleibt eine Infektion mit West-Nil-Fieber-Virus in den meisten Fällen symptomlos. Eine Reihe von Vogelarten ist jedoch sehr empfänglich für West-Nil-Fieber-Virus, so dass es bei diesen zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommt. Hierbei sind besonders Sperlingsvögel (Passeriformes), darunter vor allem die Rabenvögel (Corvidae), aber auch einige Greifvogel- und Eulenarten zu nennen. Wirtschaftsgeflügel wie Hühner, Enten und Gänse sind weniger empfänglich.

Die Mehrzahl der WNV-infizierten Pferde entwickeln, ähnlich dem Menschen, keinerlei klinische Symptomatik. Einige Tiere reagieren jedoch mit deutlichen zentralnervösen Ausfallerscheinungen aufgrund von Hirn- und Hirnhautentzündungen. Zu den klinisch auffälligen zentralnervösen Störungen zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern (Tremor) und Lähmungen bis zum Festliegen der Tiere. Die erkrankten Pferde zeigen seltener fiebrige Allgemeinerkrankungen, die neurologischen Symptome überwiegen. Pferde mit klinischen Anzeichen können die Infektion zwar überleben, bis zu 20 Prozent behalten aber lebenslang neurologische Schäden zurück.

Die WNV-Infektion beim Menschen verläuft in der überwiegenden Zahl der Fälle (ca. 80 Prozent) symptomlos. Bei den meisten übrigen Fällen treten leichte Krankheitssymptome wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen auf. Dieser klassische Verlauf der Krankheit wird deshalb auch als „West-Nil-Fieber“ bezeichnet. Bei weniger als einem Prozent der Infizierten kommt es allerdings zu einem schweren, hochfieberhaften Krankheitsverlauf mit Hirn- oder Hirnhautentzündungen, der zu bleibenden neurologischen Schädigungen führen kann und in seltenen Fällen tödlich endet.

West-Nil-Virus-Infektionen bei Vögeln und Pferden zählen in Deutschland zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.

Übertragung/Infektion
Blutsaugende Stechmücken übertragen das Virus. Die wichtigsten Wirte sind Vögel. In selteneren Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde und den Menschen als Fehlwirte stattfinden. Bei Pferden, Menschen und anderen Fehlwirten werden im Blut keine ausreichend großen Mengen des Virus gebildet, so dass die Erkrankung nicht weitergegeben werden kann. Beim Menschen kann das WNV unter Umständen durch kontaminierte Blutspenden, von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind oder während des Stillens auf das Kind übertragen werden.

Möglichkeiten der Prophylaxe/Therapie
Bei 22 - 44 Prozent der infizierten Pferde kann die Erkrankung tödlich verlaufen. In Deutschland stehen für Pferde, die in betroffenen Regionen leben oder in diese (z. B. bei Turnieren) verbracht werden, Impfstoffe zur Vorsorge zur Verfügung. Eine spezifische Behandlungsmöglichkeit existiert nicht, nur eine symptomatische Therapie ist möglich.  

Impfstoffe für den Menschen existieren derzeit nicht. Die Verwendung von Mückenschutzmitteln ist zu empfehlen.

Aktueller Stand im Saalekreis
Bei zwei Vögeln sowie einem Pferd im Saalekreis wurden WNV-Infektionen bestätigt.

Nachweise WNV in Deutschland 2018/2019
2018 wurden in Deutschland 12 Infektionen bei Vögeln und zwei Infektionen bei Pferden amtlich bestätigt. 2019 stellte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen von Anfang Juli bis Mitte September fünf positive Fälle bei Pferden sowie 37 positive Fälle bei Vögeln fest, überwiegend in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Damit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das WNV erfolgreich in einheimischen Stechmücken in Deutschland überwintert hat. Wie in 2018 trat auch 2019 in den vorangegangenen Wochen verstärkt das mit WNV engverwandte Usutu-Virus bei toten Wildvögeln auf.

 

Weiterführende Informationen finden Sie z.B. auf der Internetseite des Friedrich-Löffler-Institutes unter www.fli.de oder des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt  unter https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/wir-ueber-uns-service/die-pressestelle/pressemitteilungen/west-nil-virus/

Quelle: www.fli.de

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